Welche Zahnpasta für mein Kind ist empfehlenswert?
Die Wahl der richtigen Kinderzahnpasta entscheidet maßgeblich über die Zahngesundheit Ihres Kindes. Viele Produkte sehen harmlos aus – bieten aber nicht den Schutz, den junge Zähne wirklich brauchen. Worauf es bei der Auswahl ankommt, welche Inhaltsstoffe sinnvoll sind und welche Sie besser vermeiden sollten, erfahren Sie hier – verständlich erklärt von Ihrem Zahnarzt Schmücker in Ottobeuren.
Die Auswahl an Kinderzahnpasten ist groß – doch nicht alle Produkte schützen die Zähne Ihres Kindes zuverlässig.
Worauf Eltern unbedingt achten sollten
1. Fluorid – der wichtigste Schutzfaktor
Fluorid ist wissenschaftlich klar belegt der wirksamste Schutz vor Karies
- Empfehlung: 1.000 ppm Fluorid für Kinder bis 6 Jahre
- Viele Produkte enthalten zu wenig Fluorid → unzureichender Schutz
- Fluoridfreie Alternativen bieten laut Studien keinen gleichwertigen Schutz
👉 Fazit: Eine gute Kinderzahnpasta muss Fluorid enthalten.
2. Vorsicht bei „natürlichen“ Alternativen
Einige Zahnpasten setzen auf Inhaltsstoffe wie Hydroxylapatit statt Fluorid.
Die Wirkung ist jedoch deutlich schlechter belegt.
➡️ Laut Stiftung Warentest reicht die Studienlage nicht aus, um einen zuverlässigen Kariesschutz zu bestätigen.
3. Titandioxid – besser vermeiden
Einige Zahnpasten enthalten den Farbstoff Titandioxid (CI 77891).
- Die European Food Safety Authority stuft ihn als nicht mehr sicher in Lebensmitteln ein
- Ein mögliches gesundheitliches Risiko kann nicht ausgeschlossen werden
- In Zahnpasta ist er noch erlaubt – wird aber kritisch gesehen
👉 Empfehlung: Gerade bei Kindern lieber Produkte ohne Titandioxid wählen.
Welche Kinderzahnpasten schneiden gut ab?
Im Test überzeugten vor allem:
- Elmex Kinderzahnpasta
- Signal Kinderzahnpasta
Diese Produkte enthalten:
- die empfohlene Fluoridmenge
- kein Titandioxid
- eine nachgewiesene Schutzwirkung gegen Karies
👉 Wichtig: Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch bessere Qualität.
Ab wann können Kinder normale Zahnpasta verwenden?
Ab etwa 6 Jahren können Kinder – je nach Entwicklung – auch eine normale Zahnpasta für Erwachsene nutzen.
- Wichtig: ohne Zink
- mit ausreichendem Fluoridgehalt
Fazit: Einfach, sicher, wirksam
Die beste Zahnpasta für Ihr Kind ist:
- mit 1.000 ppm Fluorid
- ohne Titandioxid
- altersgerecht dosierbar
Alles andere ist zweitrangig.
Ihr Zahnarzt für Kinder in Ottobeuren
Sie sind unsicher, welche Zahnpasta für Ihr Kind die richtige ist?
Wir beraten Sie individuell – verständlich, ehrlich und immer auf dem neuesten Stand der Zahnmedizin.
👉 Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und sorgen Sie frühzeitig für gesunde Kinderzähne.
Hinweis:
Alle medizinischen Inhalte wurden von Ihrem Zahnarzt fachlich geprüft und basieren auf aktuellen zahnmedizinischen Standards. Sie dienen der Information und ersetzen keine individuelle Untersuchung oder Beratung.
Der Test ausführlich
Ein Test der Stiftung Warentest zeigt deutlich: Viele Kinderzahnpasten schneiden schlecht ab – vor allem beim wichtigsten Wirkstoff gegen Karies.
Von 21 Kinderzahnpasten sind neun mangelhaft, rügt Stiftung Warentest. Ihr Fluoridgehalt ist miserabel, und außerdem enthält jede zweite Titandioxid.
Von 21 Kinderzahnpasten bewerteten die Tester in ihrer aktuellen Ausgabe 08/2022 nur zwei mit Sehr gut, eine mit Gut. Der Rest ist ihrer Ansicht nach nur befriedigend oder mangelhaft. Pro 100 Milliliter kosten die Pasten zwischen 60 Cent und 7,90 Euro. Der Preis sagt der Stiftung zufolge aber nichts über die Qualität aus.
Testsieger sind Elmex und Signal
Testsieger sind Elmex und Signal. Oral-B Kids ist "gut", wird jedoch laut Anbieter nicht mehr hergestellt. Neun Zahnpasten – darunter viele günstige Marken, aber auch die teuerste von Weleda – fallen beim Fluoridgehalt durch. Denn obwohl die Fachgesellschaften seit 2021 in Zahnpasten für Kinder bis sechs Jahren 1.000 statt 500 ppm empfehlen, enthalten Blend-a-med, Lidl, Müller und Alterra von Rossmann weiterhin nur rund die Hälfte der empfohlenen Fluoridmenge. "Das bewerten wir mit Mangelhaft, zumal die Dosierangaben auf den Packungen nicht altersgerecht angepasst sind", heißt es in dem Testbericht.
Fünf Pasten sind ohne Fluorid
Fünf Pasten im Test sind komplett ohne Fluorid, darunter Karex für 6,80 Euro pro 100 Milliliter von Dr. Wolff. Sie enthält Hydroxylapatit, laut Anbieter „ein der Natur nachgebildeter Inhaltsstoff“. Die Studienlage sei hier laut Stiftung Warentest allerdings anders als bei Fluorid dünn: "Nachweise zur ausreichenden Wirksamkeit von Hydroxylapatit liegen uns nicht vor. Wir bewerten Karex – wie auch die fluoridfreien Naturkosmetikprodukte von dm, Lavera, Logodent und Weleda – mit Mangelhaft in der Kariesprophylaxe."
Neun Zahncremes enthalten Titandioxid
Neun andere Zahncremes – darunter preiswerte von Aldi, Edeka oder Rewe und Penny sowie die Marke Odol-med 3 – hätten zwar einen top Fluoridgehalt, enthalten aber Titandioxid. Stiftung Warentest weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) das Pigment Titandioxid „nicht mehr als sicher“ einstuft. Es sei nicht auszuschließen, dass es erbgutschädigend wirke.
Das genetische Material von Zellen könne Schaden nehmen, eventuell sogar Krebs entstehen.
Ab August ist Titandioxid als Zusatzstoff mit der E-Nummer 171 in Lebensmitteln deshalb verboten, in Kosmetika als Farbstoff mit dem Code CI 77891 aber weiterhin erlaubt. Eine offizielle Einordnung zur Verwendung von Titandioxid in Zahnpasta steht noch aus. "Aus vorbeugendem Verbraucherschutz raten wir aber von Pasten mit dem Pigment ab", schreiben die Tester. "Produkte für Kleine bewerten wir dabei strenger als solche für ältere Kinder und Erwachsene. Zahncremes für Null- bis Sechsjährige mit Titandioxid können kein gutes Qualitätsurteil mehr bekommen."
Die Testsieger Elmex und Signal enthalten die empfohlene Menge Fluorid und kein Titandioxid. Beide sind aber relativ teuer: Elmex kostet 4 Euro, Signal 3,20 Euro pro 100 Milliliter. Kinder ab sechs Jahren könnten sich jedoch auch die Zähne mit billigeren Universalzahnpasten für Erwachsene ohne Zink putzen, rät Stiftung Warentest. Sehr gut sei Kaufland Bevola für 44 Cent.
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